Offenen Brief an Ministerin überreicht

Mit Weidetieren vorm Landwirtschaftsministerium

 

Gemeinsame Presseerklärung und offener Brief der unterzeichnenden Verbände

Hannover, den 27.03.2018

 

Weideprämie jetzt!

Sehr geehrte Frau Ministerin Otte-Kinast,

„Weidehaltung entspricht dem Bewegungsdrang der Rinder und trägt damit zum Tierwohl bei“, so Landwirtschaftskammerpräsident Gerhard Schwetje bei der Eröffnung des Grünlandtags am 07.02.2018 in Wittmund. Weidende Kühe prägten das Bild in Norddeutschland und seien damit Sinnbild einer flächengebundenen Haltung. Sie habe kulturhistorische Wurzeln und mache die Milcherzeugung für die Bevölkerung sichtbar. Deshalb sei sie ein wichtiger Imagefaktor der gesamten Landwirtschaft gegenüber der Gesellschaft.

In den letzten Jahren sind allerdings die Weidehaltung und das Grünland  wirtschaftlich unter Druck geraten, es gibt einen Trend zu immer mehr Stallhaltung. Neben den Milchviehhaltern sind auch Schäfer und Mutterkuhhalter, die eine besonders naturnahe und gesellschaftlich akzeptierte Art der Tierhaltung betreiben, gegenüber intensiveren Haltungsformen benachteiligt. Deshalb begrüßen wir, die Mitgliedsverbände im Agrarbündnis Niedersachsen, einem breiten Bündnis von Organisationen aus den Bereichen Landwirtschaft, EineWelt, Sozialarbeit, Umwelt-, Natur-, Verbraucher- und Tierschutz,  alle Maßnahmen, die zum Erhalt der Weidehaltung und der Kulturlandschaft beitragen.

Dazu zählte in den vergangenen Jahren die Etablierung eines Weidemilchprojekts, bei dessen Entwicklung mehrere unserer Verbände mitgearbeitet haben. Außerdem gab es Transferleistungen in Form der Ausgleichszulage für Grünland in benachteiligten Gebieten, für die Folgejahre wurde eine Weideprämie in Aussicht gestellt.

Wenn jetzt, wie von Ihnen angekündigt, die Ausgleichszulage dieses Jahr das letzte Mal ausgezahlt werden soll, ohne dass sie durch eine Weideprämie ersetzt wird, erfüllt uns das mit großer Sorge.

Nach den Jahren der Milchkrise und bei aktuell wieder rückläufigen Milchpreisen sind die Milcherzeuger nach wie vor in einer angespannten finanziellen Situation. Die Vermarktung der Weidemilch ist noch nicht so einträglich, um einen deutlichen Mehrpreis auszahlen zu können. Auch Schaf- und Mutterkuhhalter brauchen weiter Unterstützung, viele Betriebe sind gefährdet. Deshalb sind finanzielle Hilfen von Seiten des Landes, wie auch immer sie genannt werden und aus welchem Haushaltstopf sie gespeist werden, unabdingbar für den weiteren Erfolg des Weidemilchprojekts, den Erhalt der Weidehaltung und des Grünlands. Trotz der angespannten Haushaltslage muss sich die Gesellschaft und mit ihr die Politik fragen lassen, was ihr der Erhalt der Weidehaltung wert ist. Die neue Landesregierung steht hier in der Pflicht!

Wir bitten Sie, sehr geehrte Frau Ministerin:

Setzen Sie sich für eine weitere Förderung von Grünland und Weidehaltung ein! So können Sie einen wichtigen Beitrag zum Erhalt bäuerlicher Betriebe, der Kulturlandschaft und einer gesellschaftlichen Akzeptanz der Landwirtschaft leisten.  

 

Gezeichnet haben den offenen Brief:

Heiner Baumgarten, BUND Landesverband Niedersachsen e.V.

Ottmar Ilchmann, Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft (AbL) e.V. Landesverband Niedersachsen/Bremen

Hanni Gramann, attac Hannover

Johanna Böse-Hartje, Bundesverband Deutscher Milchviehhalter e.V.

Dieter Ruhnke, Deutscher Tierschutzbund Landesverband Niedersachsen e.V.

Dr. Holger Buschmann, NABU Niedersachsen e.V.

Dr. Friedrich Pfeffer, Slowfood Convivium Hannover e.V.

Claudia Preuß-Überschär, Tierärzte für verantwortbare Landwirtschaft e.V.

Antje Edler, Verband Entwicklungspolitik Niedersachsen e.V.

 

 

Presse-Kontakte:

Ottmar Ilchmann – AbL – 0176 / 450 007 60 - o.ilchmann@yahoo.de

Tilman Uhlenhaut - BUND – 01577 / 44 99 120 - tilman.uhlenhaut@nds.bund.net

 

V.i.S.d.P.: Ottmar Ilchmann, Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft (AbL) e.V. Landesverband Niedersachsen/Bremen.

 

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